20.05.2011

Wer brauchte den "Freund und Helfer" wirklich?

Im Fall der erschossenen Hartz-IV-Empfängerin, die 50 Euro ihrer Unterhaltshilfe in bar erbat und den Raum nicht verlassen wollte, ohne das Geld, stellt sich mir die Frage, wer da eigentlich polizeiliche Unterstützung benötigte, tatsächlich die Verwaltungsangestellte oder vielleicht doch eher die Hartz-IV-Empfängerin?
Und worin besteht eigentlich das Deeskalationstraining der Jobcenter-Mitarbeiter, wenn sie grundlos eine Eskalierung herbeiführen, indem sie nicht mal die sehr wohl mögliche und aus humanen Gründen häufig auch dringend gebotene Maßnahme der Barauszahlung vornehmen? - Lebensmittelgutscheine wären das mindeste gewesen, das man hätte anbieten müssen.

Und wie kommt es eigentlich, dass die Polizei eine solche Situation so unterschätzt?

Die Hartz-IV-Empfängerin hatte die Verwaltung nicht mit dem Messer bedroht. Sie hat es erst gezogen, als die Polizei sie gewaltsam aus dem Amt entfernen wollte. Um dem Polizisten in den Bauch stechen zu können, muss der ihr zuvor sehr nah gekommen sein. - Also auch hier von Deeskalationstaktik keine Spur.

Was glauben viele eigentlich, wieso jemand sich für 50 Euro aufgibt? Oder weshalb sich jemand für Lebensmittelmarken im Wert von 30 Euro stundenlang hinten anstellen lässt und sich unterwürfig gibt, damit die Verwaltungskraft daraus bloß nicht auch noch eine Eskalation macht?

Extreme Not ist es, die die Leute dazu treibt.

Die Frau mit dem deutschen Pass sei Nigerianerin gewesen, lese ich da. Ja, was denn nun, Deutsche oder Nigerianerin? Und sie hätte womöglich mit mehreren Identitäten absahnen wollen, wird da vermutet. - Sowas wird man wohl auch finden müssen, wenn man die Not nicht sehen will und die Abweisung und Tötung der Frau nicht bedauern möchte.

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