13.11.2009

Deutsche Post und Verlage?

Die Deutsche Post DHL empfiehlt sich derzeit den großen Verlagen als Dienstleister für wichtige Punkte in deren Geschäft. Es geht um den Transport von Zeitungen und Zeitschriften zwischen Druckereien und Verkaufsstellen, um ein Bezahlsystem für Online-Beiträge und um Online-Kiosks für die Verlagsprodukte. Die Verlage sind interessiert. (Mehr siehe: Deutsche Post schrumpft Briefgeschäft selbst)
Wer sich nun wundert, wie da harte Briefmarkt-Konkurrenten ihre gemeinsame kooperative Zukunft planen, dem geht es wie mir.
Als einfache Bürgerin, die ihre Umwelt in klaren Kontrasten von Gut und Böse, Freund und Feind, ... wahrnimmt und die sich nicht in der Welt verschwimmender Gegensätze, wie etwa Profit und Verlust bewegt, erlebe ich die Kooperationen zwischen Post und Verlagen einerseits und deren gewaltige öffentlich wortreich ausgetragene Konkurrenz andererseits (Verlage sind die Briefdienst-Konkurrenten der Post und als solche nicht sehr Deutsche-Post-freundlich) bislang noch als höchst befremdlich. Je mehr ich mich mit dem Thema (Post-)"Unternehmen" beschäftige, umso deutlicher wird mir jedoch, dass sich der Cliquen- oder sogar Genpool der Eigner der diversen Unternehmen nur zeitweise voneinander unterscheidet, wenn überhaupt jemals.

Ob ich (wie viele andere) die vergangenen wortreichen Auseinandersetzungen, auf dem Hintergrund meines Weltbildes selbst eingefärbt und deshalb misseingeschätzt habe oder ob die Veröffentlicher von meinem Weltbild (und dem vieler anderer) wissen und ihre Veröffentlichungen zu einem Volksverdummungszweck entsprechend einfärben, muss ich in der Zukunft noch prüfen.

Und liege ich etwa falsch, wenn es Grund für Gefühle des Grauens gibt, weil in unserer privatisierten Welt Unternehmen auch ohne Fusionen zu Quasi-Konzernen verschmelzen können? Hier jedenfalls formiert sich potentiell gerade eine gigantische Post- und Nachrichtenmacht oder etwa nicht?

Als einziges privates Unternehmen, das sämtliche Adressen unserer Republik kennt und damit auch handelt und mir dauernd gut abgezählte Post "An die Bewohner des Hauses" beschert und das sich gerade anschickt, demnächst gestandene Konkurrenten, nämlich die "Gelben Seiten" aus dem Adressmarkt zu kicken, hat und entwickelt die Deutsche Post eh schon länger ein wenig zu viel exklusive Macht, nach meinem Geschmack.

Und die Verlage, denen neben ihrer Macht über das geschriebene Wort auch so ziemlich alles, was im Internet brummt und vieles, was im TV flimmert und im Radio verkündet wird, gehört, sind eh schon die Vorkauer vieler unserer Meinungen.

Post- und Nachrichtendienste haben einen gemeinsamen Ursprung, eine miteinander verflochtene Gegenwart und vermutlich eine gigantische gemeinsame Zukunft. Grund zur Freude ist das aber nicht.

Bis nach Google muss ich persönlich jedenfalls nicht schauen, um ein Gefühl des Unbehagens zu bekommen.

Mehr dazu:

kress.de | turi2.de | internetworld.de

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