25.06.2011

Gutes vom Bösen geentert

Der Eindruck, dass Gewinne und Wachstum nur unsozial zustande kommen könnten, entsteht dadurch, dass soziale Projekte, wenn sie gut laufen, von den unsozialen Geldgierern an sich gerissen werden. Hier ein Beispiel:
Für die Erfindung der Mikrokredite für Arme, die so die Chance erhalten, durch selbständiges Arbeiten ihre Situation zu verbessern, hatte Muhammad Yunus den Nobelpreis erhalten. Kennzeichen der Mikrokredite ist, dass die Konditionen sozial gestaltet sind. Die Zinsen sind niedrig und ein Kreditnehmer, der erkrankt ist, muss während seiner Krankheit keine Rückzahlungsraten leisten. Heute hat seine Bank mehrere Millionen von Mikrokreditnehmern. Diese erweisen sich seit Jahren als rückzahlungssicherer, als Kreditnehmer normaler Banken.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Banken, die ebenfalls kleines Geld an Arme verleihen. Etliche davon sind jedoch schwarze Schafe, deren Anliegen keinesfalls die Bekämpfung von Armut ist, sondern ausschließlich der eigene Profit. Sie nutzen den Begriff Mikrokredit, um das Vertrauen der potentiellen Kreditnehmer dieses riesigen und wachsenden Marktes zu gewinnen, ohne aber soziale Konditionen zu bieten.

Nun hat sich außerdem die indische Regierung in den Markt eingeklinkt. Sie hat Muhammad Yunus seiner Ämter bei seiner Bank enthoben und will die Statuten der Bank ändern, um Macht über sie zu bekommen.

Mehr dazu:

Interview mit Muhammad Yunus "Ich habe Angst" (Alina Fichter, sueddeutsche.de, 24.06.2011)

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