24.07.2015

Was ein Behinderter sagen darf

Vor einigen Tagen hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" ein Interview mit Monica Lierhaus und ihrer Mutter veröffentlicht, in dem diese über ihre Emotionen seit den OPs berichten [siehe Link 1].

Obwohl es dabei ausschließlich um die Emotionen von Frau Lierhaus und ihrer Familie ging, fühlten sich einige Menschen zu Kritik an dem Interview berufen, als würde das Interview vom Leben mit Behinderung im Allgemeinen gehandelt haben.

Mit ihren Antworten hätte Frau Lierhaus "die Arbeit von vielen zunichte gemacht", wurde behauptet. Was ein Behinderter wann wie sagen darf und welche Haltung er zu seiner Behinderung und zu seinem Leben zu welchem Zeitpunkt haben sollte, gaben Repräsentanten von Behindertenorganisationen allen Ernstes zum Besten [siehe Link 2].

Im Blog "Stufenlos" auf "Zeit Online" wirft die Autorin Frau Lierhaus eine negative Einstellung vor, mit der sie anderen Behinderten schade, wenn sie sie "hinausposaunen" würde [siehe Link 3].

Der Link 3 lohnt sich jedoch wegen der vielen weisen Kommentare, die es unterhalb des Artikels über mehrere Seiten gibt. Gut zu sehen, dass sich viele Menschen dafür interessieren, wie sich jemand wirklich fühlt und ihm auch zugestehen, dass er das unzensiert mitteilt, erst recht dann, wenn er danach gefragt wird.

Samuel Koch merkte zum Thema an [siehe Link 4]:
"Ich finde es gut, dass auch Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, nicht immer 'Sonnenschein' vermitteln und 'Alles ist gut'-Parolen verteilen."

Links dazu:

  1. Monica Lierhaus: "Würde die OP nicht wieder machen" (Interview von Marco Fenske mit Monica Lierhaus und ihrer Mutter, haz.de, 16.07.2015)
  2. Kritik an Monica Lierhaus: "Aussage kommt einem GAU gleich" (Interview von Christa Roth mit Vertretern von Behindertenorganisationen, web.de, 20.07.2015)
  3. Der Bärendienst von Monica Lierhaus (Christiane Link , blog.zeit.de, 18.07.2015)
  4. Samuel Koch nimmt Monica Lierhaus in Schutz (jwo, web.de, 20.07.2016)

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