11.09.2016

WTC 11.09.2001

Ich war an dem Tag gerade in einem Kölner Supermarkt einkaufen, als das Radio auf den Lautsprecher geschaltet wurde und ich so von den Einschlägen der Flugzeuge in die Türme erfuhr. Der zweite hatte gerade stattgefunden.

Zunächst sah ich in dem Akt nur den Aspekt der Kränkung Amerikas, das diese nach Bush 1 und 2 wahrlich verdient hatte. Als ich aber zu Hause im TV die Bilder sah und klar wurde, wieviele Menschen in den Türmen waren und in welch verzweifelter Lage sie sich befanden und ich realisierte, dass Menschen in den Flugzeugen gesessen hatten, verging mir das anfangs hämische Gefühl umgehend.

Die hoffnungslose Hoffnung derjenigen, die oberhalb der Einschlagsstellen im zigsten Stock halb aus dem Fenster geklettert waren und mit Tüchern um Hilfe winkten. Die entschiedenen Stürze derjenigen, die wissend um die Ausweglosigkeit mit ihrem Leben abgeschlossen hatten.

Die Mitschnitte der vielen Notrufe von Eingeschlossenen aus dem WTC, die irgendwann später im Internet veröffentlicht wurden. - Wenn ich heute recherchiere, komme ich zu dem Schluss, dass sie, in der Qualität, wie ich sie gehört habe, offenbar nicht legal veröffentlicht worden waren. Aber sie waren echt. Das war deutlich erkennbar. Ich hatte mich nämlich damals über die Veröffentlichung gewundert und war zunächst skeptisch.

Ich erinnere mich z.B. wie folgt an die wiederholten Notrufe einer Frau:

Eine Frau aus einem Stock oberhalb der Einschläge, die dort verantwortliche Gastgeberin einer Gruppe Menschen war, rief sehr höflich und professionell gefasst an und fragte, was sie tun sollten. Der Fluchtweg sei nicht passierbar. Es dringe Rauch ein, die Luft werde immer schlechter und es wäre sehr heiß.

Ihr wurde gesagt, sie solle auf Hilfe warten, Feurwehrleute seien unterwegs.

Sie rief nach einer Weile ein zweites Mal an und fragte schon unruhiger, aber immer noch kooperativ, wann man denn mit Hilfe rechnen könne, man könne mittlerweile kaum noch atmen und es werde immer heißer. Sie könne ihre Gäste auch kaum noch davon abhalten, Scheiben einzuschlagen.

Die Feuerwehrleute müssten gleich da sein, wurde ihr gesagt.

Die Frau rief kurz darauf nochmal an. Obwohl man jetzt allerhöchste Not raushörte, blieb sie immer noch sachlich: Man könne nicht mehr atmen, man sehe nichts mehr, Gäste hätten angefangen Scheiben einzuschlagen, es sei unerträglich heiß, besonders der Fußboden, man hätte sich auf Tische gestellt, es müsse jetzt wirklich dringend Hilfe kommen. Dann hört man Tumult und gellende Schreie und dann bricht die Verbindung ab.

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